Kineater und Wölfe
10:51Hallo meine Lieben,
Ich gehe jetzt gar nicht weiter auf die Januar-blogging-Faulheit ein und tue einfach so, als hätte es ausreichend Posts gegeben.
Am Donnerstag war ich mit Franzi und Mona in Frankfurt im Cinestar Metropolis um mir die National Theater Liveübertragung vom Shakespeare Stück Coriolanus aus dem Donmar Warehouse in London anzuschauen. Herrje, so viele Worte. Das Stück sagt den meisten sicher nichts; es ist eher eins der weniger bekanten und Part von Shakespeares Stücken, die in und um Rom spielen (wie zB Julius Caesar). Eine NT Liveübertragung hatte ich ja schon mal mitgemacht; wer sich erinnert: Ich war kurz vor Ende meines London-Jahres da im Kino und habe mir Macbeth aus Manchester angesehen. Extrem cool, dass so etwas existiert! Noch cooler sogar, dass sowohl das NT als auch die Metropolitan Opera in New York ihre Stücke auf der ganzen Welt live übertragen.
Anyway, Karten hatten wir uns schon im Oktober oder November gekauft, und rückblickend war das auch sehr gut, denn der ganze Kinosaal mit ~250 Plätzen saß voll. Kein Wunder, wenn man darüber nachdenkt, dass das Stück innerhalb eines Tages ausverkauft war. Ich lehne mich mal aus dem Fenster und sage, dass das nicht an Shakespeare, sondern an den gecasteten Schaupielern, bzw an Tom Hiddleston in der Hauptrolle lag. 90% des Publikums im Kino bestand auch aus Frauen, und diverse trugen eindeutige Fandom-Shirts, also schätze ich mal über die Hälfte dieser 90% hat auch einen tumblr. Da kam ich mir richtig gebildet vor mit meinen beiden Freundinnen, die ihn vorher gar nicht kannten und tatsächlich nur wegen dem Stück da waren. Lisi hat trotzdem gefehlt, denn ein bisschen fangirlen hier und da hätte sicher Spaß gemacht.
Und was soll ich sagen - es war wirklich richtig gut! Mark Gatiss (Mycroft in der Sherlock-Serie) hatte ebenfalls eine Rolle, und die Schauspieler waren durch die Bank weg großartig! Sollte man bei sowas natürlich auch erwarten, aber ich muss es trotzdem sagen. Es ging selbstverständlich einiges an Atmosphäre verloren, denn immerhinsaßen wir im Kino und nicht im Donmar, aber beeindruckend war es trotzdem. Es war relativ simpel inszeniert, mit unauffälligen Kostümen und wenigen Props; auch das Bühnenbild war eher kahl, aber gerade dadurch konnte man sich viel mehr auf die Schauspieler selbst und deren Können konzentrieren. Das Donmar selbst ist relativ klein, ungefahr so wie das E-Werk in Köln (es war ja auch mal eine Fabrikhalle), deswegen ist es verständlich, dass die Produzenten eher auf eine intimere Performance abzielten.
Ich muss sagen, ich hätte es richtig gerne live gesehen, aber ich muss mich ja mit dem zufrieden geben, was ich habe.
Gestern abend war ich dann auf Annes Rat hin in The Wolf of Wallstreet, und meine Güte war das ein anstrengender Film. Ich weiß nicht mal, ob ich eine ordentliche Review schreiben kann. Sehr aufgekratzt, laut und nervenzerrend, trotz diverser unnötig in die Länge gezogener Stellen und relativ wenig tatsächlicher Action. Gerade das macht zwar das Talent des Films aus; ich denke auch, dass er die tatsächlichen Ereignisse, auf denen er basiert, realistisch darstellt. Ich war ja durch Anne schon einigermaßen vorbereitet auf dass, was in dem Film so alles auf einen zu kommt, wofür ich ihr auch sehr dankbar bin. Bewerten fällt mir hier unglaublich schwer, denn die schauspielerischen Leistungen und die allgemeine Inszenierung waren großartig, aber ich will den Film definitiv nicht nochmal sehen. Ich werde also nochmal ein bisschen darüber nachdenken müssen.
Bis dahin also alles Liebe
Sandi


1 intelligente Aussagen dazu.
Ich wäre auch gerne dabei gewesen! Natürlich vor allem um dich und Shakespeares Werk zu sehen! (Chrm chrm)
AntwortenLöschenUnd fangirlen alleine macht überhaupt keinen Spaß, ich weiß wovon ich rede.
Wenn Hinkelstone das nächste Mal spielt, jetten wir mal hin, ja?
Und selbst wenn Wolf of Wallstreet nicht so die beste Story hat, so finde ich doch: GEBT LEONARDO ENDLICH SEINEN VERDAMMTEN OSCAR!
Meine Meinung.