Tag 314-321: Zeltlager!

17:51



Come to late, Go to free...ergibt zwar rein grammatikalisch wenig Sinn, aber auf „Sinn“ wurde bei Bestrafungen beim Lagergericht ja noch nie wirklich geachtet. Und so bekam ich mit Freude die Arme vollgekritzelt, musste Lagerschlamm mit Popcorn essen und durfte einen ganzen Tag meinen linken Arm nicht benutzen – immer noch eine sehr humane Bestrafung, findet ihr nicht? Aber ich greife vor. 

Hallo erst mal, und willkommen zum Masterpost Zeltlager 2013. Wer eine Kurzzusammenfassung will: Es war der Hammer. Die beste Zeit des Jahres ist entgegen der Meinung der breiten Masse nicht Weihnachten, sondern diese ersten 10 Sommerferientage. Vielleicht wissen die meisten das aber auch einfach nicht, weil sie noch nie mit der Erdbacher Jungschar ins Zeltlager gefahren sind, wer weiß. 

Am Freitag den 5.7. machte ich mich also mittags um 12 mit zwei Koffern auf nach Stratford. Die liebe Katie hat mir geholfen ebendiese durch die Tube zu transportieren, hat mich verabschiedet und ich bin mit dem Bus nach Stansted gefahren. Eingecheckt hatte ich schon online und leicht zu früh war ich auch, also stand ich als erstes in der Schlange bei der Gepäckabgabe. Naja, ich sage stand – ich saß auf dem Boden und las A Clash of Kings. Stellt sich nach einiger Zeit jemand hinter mich in die Schlange und meint: „So, how are you liking it so far?“ während er auf das Buch deutet. „Brilliant“ antworte ich, und auf die nächste Frage, ob ich die restlichen Bücher der Reihe gelesen habe und/oder die Serie schaue oute ich mich natürlich als Fan und der nette Mensch und ich unterhalten uns für die nächsten 20 Minuten über Game of Thrones. Immer wieder großartig, gleichgesinnte zu treffen! Vor Abflug habe ich schnell noch etwas gegessen, und dann ging es auch schon los zum Gate. Boarding fing pünktlich an, dummer Weise war da aber eine (deutsche) Schulklasse auf dem Heimflug, die alles blockierten und mit ihrem Geschnatter gehörig nervten. Glücklicherweise hatte ich einen der Best Seats in Reihe 10 und meinen iPod, weswegen ich für den Rest des Fluges nichts mehr von denen mitbekam. Puuh.

Am Flughafen in Köln nahmen mich dann meine liebe Schwester und ihr Freund in Empfang, und mit einem Zwischenstopp bei McD Altenkirchen (Traditionen müssen ja gewahrt werden!) ging es flugs über den Westerwald nach Hause. Um 9 Uhr kam ich an, habe schnell bei Oma vorbei geschaut und dann standen Holli und Dominik vor der Tür. Mit ihnen hab ich tollen Erdbeerboden von meiner Oma geteilt und Geschichten erzählt, aber die Zeit war knapp bemessen und ich musste noch das eine oder andere packen bzw ausdrucken. Als die ganze Schose endlich rum war, war es dann auch schon viertel nach 12 – mein Zug am nächsten Morgen sollte um 6:22 in Herborn abfahren. Fml.
Allerdings hat alles ohne Probleme geklappt, und die HLB brachte mich sicher nach FFM, ein ICE von dort aus nach Mannheim, und zwei weitere Res mit Zwischenstopp in Heilbronn später stand ich dann am Bahnhof in Schwäbisch Hall. Mittlerweile war es Punkt 11 Uhr und die Sonne schien – optimales Zeltlagerwetter! Eingesammelt hat mich da dann Stumpi, und zur Einstimmung haben wir Isas Frühsport-CD gehört: Heißer Sand von Mina und Ich hab noch Sand in den Schuhen aus Hawaii, passend zum Thema Wüste, und als wir dann um die letzte Ecke bogen und der Kirchturm von Geißlingen in Sicht war fühlte es sich definitiv an wie ein Fleckchen Heimat.

Im Lager wurde ich erst mal „nur“ von den Kochfrauen in Empfang genommen, denn alle anderen saßen bei der Bibelarbeit, aber so hatte ich Zeit meinen Kram zu verstauen bevor dann das echte Chaos losging. Nach viel fröhlicher Begrüßung gab es dann Mittagessen, und nach der Mittagspause haben Isa, Sandi, Karina und ich mit den Kids die T-Shirts gemacht – es gab endlich wieder welche zum Namen drauf bügeln! Abends war dann Eröffnung der Lagerolympiade und der erste Spieleparcour, und abgeschlossen wurde der Abend wie immer am Lagerfeuer. Als ich irgendwann zwischen 11 und Mitternacht im Bett lag war ich zwar müde, aber absolut glücklich! Gegen echtes Zeltlagerfeeling gewinnt einfach nichts.
Am nächsten Morgen sind wir zusammen zum Gottesdienst in die Kirche nach Braunsbach gefahren; nachmittags gab es wieder allerhand Spiele und Quatsch, wie sich das gehört! Abends gab es Stockbrot und Kreisspiele in der Scheune, während draußen ein Nachtspiel mit Knicklichtern vorbereitet wurde.
Am Montag waren dann Sandi und ich mit der Bibelarbeit dran, das hat ebenfalls gut funktioniert. Ein weiterer Spieleparcour stand für den Nachmittag auf dem Programm, und während die Kids anschließend üben mussten, Rezepte auf die Melodie von Jungscharliedern vorzusingen haben wir in der Küche das Buffet für den orientalischen Abend vorbereitet, der später in der Scheune stattfand. Nach dem Abendessen fand dann noch ein Wüstenquiz nach dem System von „der große Preis“ statt (Kategorie Pharao 100: Nenne 46 Pharaonen. Na, wem kommt das bekannt vor?), und wir haben eine Runde Bilder aus vorherigen Zeltlagern angeschaut. Verrückt, wie groß manche geworden sind.
Dienstag lief nach dem gleichen Prinzip ab; dieses Mal bestand der Spieleparcour aus Nostalgie-spielen, also Gummistiefelweitwurf, Dreibeinlauf, Sackhüpfen, Eierlauf und all solch wundervolle Sachen! Nach einer Runde Bügermeisterspiel in der Scheune gab es dann noch einen Anbetungsabend mit einer Menge toller Lieder im Speicherraum, und da war es so gemütlich dass die Hälfte der Kids beim Geschichtelesen schon eingeschlafen ist. Ich hatte Nachtwache von 2 bis 4, die gnadenloseste, und am nächsten Tag ging es ab in den Freizeitpark Tripsdrill. Da wurde witziger Weise genau an diesem Tag eine neue Katapultachterbahn eröffnet! Sandi und ich sind mit der kleinen Mädelsgruppe gegangen, und haben uns dann irgendwann um die Mittagszeit mit der kleinen Jungsgruppe fusioniert. Die neue Achterbahn musste selbstverständlich ausprobiert werden, und ich war ganz schön überrascht, als 4 von unseren kleinen Achtjährigen unbedingt auch mitfahren wollten – in dem Alter hätte ich mich das nicht getraut! Auch bevor es los ging war ich bestimmt so nervös wie die 4 zusammen, aber grundlos: Die Achterbahn war total super!!
Wir haben den Abend entspannt ausklingen lassen und haben Asterix erobert Rom geschaut. So ein herrlicher Film. Nachdem die Kids alle im Bett waren haben wir Mitarbeiter dann noch am Lagerfeuer gegrillt, und Karina und ich haben den Mädels Streiche gespielt: Mit Kajal aufgemalte Bärte haben sie beim morgendlichen Blick in den Spiegel begrüßt, und wir haben auch von jedem Paar Schuhe jeweils einen mitgenommen und draußen in die Wiese gelegt – so ein Spaß! Dabei ging natürlich wieder kostbarer Schlaf drauf, und ich kam erst um 3 ins Bett. Nachdem man den ganzen vorherigen tag im Freizeitpark herumgelaufen ist haut das ganz schön rein – aber es gibt ja Kaffee.
Donnerstag standen dann weitere Parcours und das Kriminalspiel auf dem Programm, und abgeschlossen wurde das Ganze mit einer Beachparty mit Cocktails und Grillen, bevor wir dann noch eine Runde Mörderspiel am Feuer gespielt haben. Und gerade als ich mich in Sicherheit gewägt habe kam Ibschy in seinem Richter-Kostüm an und es gab doch noch ein Zwischengericht – so ein Mist. Aber wie schon gesagt waren meine Strafen relativ human, und immerhin kam ich ja auch zu spät, ging zu früh und war ein Jahr in England – das kann ja nicht ungestraft durchgehen. Und weil die Engländer ja alles mit Links machen musste ich dann am Freitag auf meinen linken Arm verzichten; mit einem schön stabilen Seil wurde er an mich gefesselt. Besondern schön sah das sicher beim Frühsport aus, und am unpraktischsten war es während der Bibelarbeit, als wir eine Schlange aus Papier falten sollten. Aber ich habe es trotzdem hinbekommen; ich hatte ja nicht umsonst Kunst LK. Ehe ich mich versah war es dann aber auch schon 3 Uhr nachmittags, und ich musste mich auf den Weg zum Flughafen machen. Ich wollte mich zwar zusammenreißen, aber der Abschied war trotzdem extrem tränenreich. Jan M hat mich dann nach Stuttgart zum Flughafen gebracht, und meine Wartezeit habe ich mir damit verbracht, mit Anne zu telefonieren. Immerhin musste ich es ja ausnutzen, in Deutschland zu sein und nicht Unmengen für Telefongespräche zu bezahlen. Das war ebenfalls nochmal richtig klasse, denn die liebe Anne spreche ich leider viel zu selten! Aber das ändern wir dann, sobald ich wieder daheim bin! 

54 Tage sind es noch, und ich kann es wirklich kaum erwarten! Zeltlager hat mir nochmal eindeutig gezeigt, dass ich einfach nicht der Typ zum Auswandern bin – wie soll ich denn leben ohne diese zehn (bzw 7) Tage absoluter Verrücktheit, wundervoller Gemeinschaft und insgesamter Großartigkeit?! Ich zähle also die Tage und hoffe, ihr tut dasselbe! 

Wehmütige Grüße,
Sandi

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1 intelligente Aussagen dazu.

  1. Zeltlager ist echt der Hammer! Hat mir "damals" auch richtig Spaß gemacht. Ist aber irgendwie echt lang her... da haben wir uns gerade erst kennengelernt, oder?

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