Tag 17: Der erste Schultag oder "Der Tag danach"

21:11

Hallo meine eifrigen Leser, ich hoffe, ihr seid alle gut drauf.

Heute war mein erster Tag am Waltham Forest College. In meiner Klasse sind ganze 4 Schüler (mich eingeschlossen), was etwas merkwürdig ist. Aber ich denke, im Großen und Ganzen ist das ein ganz nettes College. Am Donnerstag habe ich wieder Unterricht, mal sehen, wie das so wird.

Gestern war ein grausamer Tag, in vieler Hinsicht.
Morgens habe ich, wie sich das gehört, mit dem Fahrrad die Kinder zur Schule gebracht, und auf dem halben Weg dahin ist mein Reifen drauf gegangen, und mein Rad hat sich nicht mal mehr gedreht. Das war natürlich alles andere als hilfreich, und bis ich dann beide in der Schule hatte war es viel zu spät, und ich war körperlich und geistig am Ende. Aber dem nicht genug: Abends hab ich mich mit Katie und Jenny getroffen, um Notting Hill zu schauen (weil wir da ja waren, wie ihr wisst - wer meine Meinung dazu lesen will, die kommt am Ende). Als ich dann nach Hause gelaufen war, fiel mir plötzlich auf: Scheibenkleister, ich habe die Schlüssel für meine Balkontür, aber nicht für die Haustür. Ich habe dann versucht, auf diverse (Einbrecher-) Arten ins Haus zu kommen, natürlich erfolglos. Irgendwann habe ich dann geschafft, durch wiederholtes zaghaftes Klopfen meine Gastmutter zu wecken. Glücklicherweise hat sies mit Humor genommen und war kein bisschen böse, eher amüsiert über meine unendlichen Entschuldigungen. Aber früher oder später musste ja mal was schief gehen. Das Fahrrad ist mittlerweile wieder repariert, und heute bin ich schon wieder fröhlich damit durch die Gegend gefahren. Erstaunlich, wie viel leichter und toller Radfahren ist, wenn beide Reifen angemessen aufgepumpt sind! Es macht sogar irgendwie Spaß - verrückt, ich weiß! Sowas von mir... muss wohl am Wasser hier liegen. Oder vielleicht mischen die heimlich was in den Tee.

Vorhin habe ich gebügelt, was ja hin und wieder auch mal sein muss, denn meine Gastfamilie legt Wert auf gebügelte Wäsche. Tatsächlich ist das gar nicht so nervig und schlimm, wie ich am Anfang dachte. Und während ich so bügelte, kam Olivia (die ältere) dazu, und war total am Bügeln interessiert oder wollte es beigebracht bekommen. Dann hat sie sich begeistert von mir zeigen lassen, wie man bügelt, und es selber ausprobiert. Das war großartig. Sie hat sogar gejammert, dass nichts mehr für sie übrig war, und ich habe versprochen, ihr das nächste Mal etwas übrig zu lassen.

Morgen habe ich dann einen relativ ruhigen Tag, denn Olivia wird zur Schule gefahren und bleibt da bis 6, also bloß Izzy, die Aufmerksamkeit braucht. Allerdings muss ich Wäsche waschen, mein Bad sauber machen und Lasagne vorbereiten. Darüber hinaus wollte ich mal beim Post-Office vorbei und internationale Briefmarken besorgen, damit ich mal ein paar Briefe schicken kann!
 
Soweit, so gut. Ich verabschiede mich von denen, die meine Meinung zu Notting Hill nicht interessiert!
Alles Liebe,
Sandi



So, also, Notting Hill. (Spoiler alert.)
Julia Robert sieht in dem Film wirklich abgemagert und fertig aus, irgendwie auch ein klein wenig magersüchtig. Ihre Rolle als Anna Scott spricht mich auch ehrlich gesagt nicht großartig an. Besonders am Anfang ist sie extrem undurchsichtig, und irgendwie hatte ich während des ganzen Films den Eindruck, nicht genau zu wissen, woran man bei ihr ist.
Hugh Grant spielt die Rolle von William Thacker wirklich gut, er ist einfach ein absolut normaler Durchschnittstyp, der von der ganzen Situation sichtlich und völlig verständlich überfordert ist. Ziemlich sympathisch, im Gegensatz zu Julia Roberts' Rolle. Die ganzen Nebencharaktere waren eher uninteressant, abgesehen von seiner Schwester, mit der sich jeder, der auch nur ansatzweise Fan von irgendetwas ist, absolut identifizieren kann.
Der Verlauf der Story war relativ träge und nicht spannend, und ihr Verhalten ging mir gewaltig auf den Keks. Als Außenstehender ist es natürlich leicht zu sagen: Ich an seiner Stelle hätte ihr nicht noch ne dritte Chance gegeben. Aber auf der anderen Seite: Er liebt sie halt (warum auch immer), und Liebe macht ja bekanntlich blind. Und natürlich verdient ein Liebesfilm ein Happy End, das gehört sich ja einfach so.
Das Setting hat mir dagegen gut gefallen, viele schöne Shots von Notting Hill, wo es wirklich traumhaft aussieht (da würde ich total hinziehen!).
Insgesamt habe ich dem Film 6,5 Punkte gegeben, denn entgegen dem üblichen Romanzen-Ablauf mit einem großen Rückschlag und dann dem Happy End gab es hier zwei - Abwechslungsreichtum. Dann, wie erwähnt, die Szenerie, wenn auch nicht sehr abwechslungsreich, war dennoch schön. Hugh Grants Rolle des liebenswerten, naiven Briten kann man auch nur lieben. Allerdings schlagen Julia Roberts' Figur und die allgemein langwierige Storyline ziemlich auf die Punkte.
Soviel von der Redaktion von Horse & Hound, bleibt treue Leser!



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